Teneriffa hat eine erstaunliche Tierwelt, vor allem im Meer

Teneriffa hat eine erstaunliche Tierwelt, vor allem im Meer
Die Fauna auf Teneriffa – Leben zwischen Vulkanen und Passatwolken

Teneriffa, die größte der Kanarischen Inseln, ist auf den ersten Blick eher von karger Vulkanlandschaft, trockenen Schluchten und schroffer Felsküste geprägt als von reicher Tierwelt. Doch wer genauer hinsieht, entdeckt eine erstaunlich angepasste und eigenständige Fauna, die sich über Jahrtausende auf der isolierten Atlantikinsel entwickelt hat. Besonders Reptilien, Vögel und Insekten haben hier faszinierende ökologische Nischen besetzt.



Reptilien – Meister des Überlebens in der Sonne
Typisch für Teneriffa ist vor allem die Kanareneidechse (Gallotia galloti), die oft fälschlich als „Leguan“ bezeichnet wird. Sie ist endemisch, das heißt, sie kommt nur auf Teneriffa und La Palma vor. Mit einer Länge von bis zu 40 Zentimetern und ihren blauschimmernden Flanken ist sie das wohl bekannteste Tier der Insel.
Diese Eidechsen sind an fast allen Lebensräumen anzutreffen – von den trockenen Küsten bis hinauf zu den Vulkanhängen des Teide. In den höheren Lagen werden sie kleiner und dunkler, was gut gegen die dortigen Temperaturschwankungen schützt. Sie ernähren sich von Früchten, Blüten, Insekten und manchmal auch kleinen Wirbellosen. Besonders gern naschen sie die süßen Früchte der Feigenkakteen.
Neben der Gallotia galloti gibt es noch kleinere Geckoarten wie den Mauergecko (Tarentola delalandii), der bevorzugt nachts aktiv ist und an Hauswänden und Felsen nach Insekten jagt.

Vögel – Bewohner der Wälder und Küsten
Die Vogelwelt Teneriffas ist deutlich artenreicher. Hier leben rund 70 Brutvogelarten, darunter mehrere endemische Unterarten. Besonders charakteristisch sind die Kanarienvögel (Serinus canaria), die Namensgeber für den gesamten Archipel sind. In freier Natur sind sie eher unscheinbar grünlich-gelb gefärbt – weit entfernt von ihren gezüchteten, leuchtenden Verwandten.
In den Lorbeerwäldern des Nordens leben seltene Arten wie die Teneriffataube (Columba bollii) und die Lorbeertaube (Columba junoniae), beides Relikte einer uralten, subtropischen Fauna. An der Küste und in den Schluchten brüten Turmfalken, Wiedehopfe und Sardinensegler, während über den Felsen häufig Krähen, Bussarde und Mäusebussarde kreisen.

Insekten und Wirbellose – Klein, aber zahlreich

Weit weniger auffällig, aber ökologisch bedeutsam, ist die Insektenwelt Teneriffas. Zahlreiche Schmetterlings- und Käferarten sind endemisch, darunter der prächtige Kanarische Schwalbenschwanz (Papilio machaon canariensis). Auch viele Spinnen und Schnecken kommen nur hier vor.
In den mittleren Höhenlagen summen Bienen und Hummeln, die für die Bestäubung der kanarischen Flora – etwa des Tajinaste im Teide-Nationalpark – unverzichtbar sind.

Meeressäuger und Meeresfauna
Vor der Küste Teneriffas zeigt sich eine ganz andere Welt: Das Meer um die Insel gehört zu den besten Plätzen Europas zur Beobachtung von Walen und Delfinen. Rund 20 Arten sind regelmäßig anzutreffen, darunter Kurzflossen-Grindwale, Große Tümmler und gelegentlich sogar Pottwale.
Die ständige Anwesenheit einer ortstreuen Grindwalpopulation macht die Gewässer zwischen Teneriffa und La Gomera zu einem beliebten Ziel für sanften, nachhaltigen Whale-Watching-Tourismus.

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