Ushuaia auf Feuerland bietet grandiose Wandermöglichkeiten am Ende der Welt

Ushuaia auf Feuerland bietet grandiose Wandermöglichkeiten am Ende der Welt

Ushuaia – Am Ende der Welt beginnt das Abenteuer
Ushuaia ist die südlichste Stadt der Welt – eingebettet zwischen dem rauen Beagle-Kanal und den schroffen Gipfeln der Martial-Kette in Feuerland. Diese einzigartige Lage macht die Stadt nicht nur zum Ausgangspunkt für Antarktisexpeditionen, sondern auch zu einem Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Zwischen Gletschern, dichten Südbuchenwäldern und glasklaren Seen eröffnen sich spektakuläre Ausblicke auf schneebedeckte Gipfel und das Meer. Trotz des rauen Klimas herrscht hier im Südsommer (Dezember bis März) meist stabiles Wetter, das perfekte Bedingungen für Tagestouren bietet. Abgerundet wird das Naturerlebnis durch die entspannte Atmosphäre Ushuaias, seine gute touristische Infrastruktur und das authentisch-patagonische Flair.

Feuerland – Am Ende der Welt
Feuerland (spanisch Tierra del Fuego) ist ein abgelegener Archipel im äußersten Süden Südamerikas, aufgeteilt zwischen Argentinien und Chile. Die Hauptinsel, Isla Grande de Tierra del Fuego, ist mit rund 47.000 km² etwa so groß wie Niedersachsen. Im Norden ist die Landschaft von Weideland geprägt, während im Süden zerklüftete Berge, dichte Südbuchenwälder und wilde Fjorde dominieren – eine einzigartige Mischung aus Patagonien und arktischer Wildnis.

Der Name „Feuerland“ stammt von Ferdinand Magellan, der 1520 bei der Durchfahrt durch die später nach ihm benannte Meerenge die vielen Lagerfeuer der indigenen Völker (vor allem der Selk'nam und Yámana) an den Küsten sah – und das Land als Tierra del Fuego („Land des Feuers“) bezeichnete.

Wichtige Städte und Einwohnerzahlen
Ushuaia, Argentinien, 83.000 Einwohner
Río Grande,  Argentinien, 67.000 Einwohner
Porvenir, Chile,  5.500 Einwohner
Puerto Williams Chile, 2.500 Einwohner, diese Stadt befindet sich auf der Isla Navarino, einer eigenständigen Insel, nicht mit dem Festland verbunden.

Ushuaia gilt als die südlichste Stadt der Welt und ist das touristische und logistische Zentrum Feuerlands.
Río Grande ist die größte Stadt auf der argentinischen Seite und ein wichtiges Industriezentrum.
Puerto Williams auf der chilenischen Insel Navarino liegt sogar noch südlicher als Ushuaia, hat aber deutlich weniger Einwohner und wird meist als „südlichste Siedlung“ bezeichnet.

Feuerland ist ein Ort der Extreme – geografisch, klimatisch und kulturell. Genau das macht die Region für Wanderer, Naturfreunde und Abenteurer so faszinierend.


1. Laguna Esmeralda – Türkisfarbener Gletschersee im Tierra del Fuego
Ausgangspunkt: Parkplatz an der RN 3, 18 km nordöstlich von Ushuaia
Gehzeit: ca. 4–5 Stunden (hin und zurück)
Höhenmeter: ca. ±250 Hm
Schwierigkeit: leicht – auch für Einsteiger geeignet
Die Wanderung zur Laguna Esmeralda gehört zu den beliebtesten Touren rund um Ushuaia – und das zu Recht. Vom Parkplatz an der Nationalstraße 3 führt der Weg zunächst durch einen märchenhaften Südbuchenwald, vorbei an kleinen Bächen, Moospolstern und knorrigen Ästen. Bald weitet sich das Tal, und die Landschaft wird zunehmend alpin: weite Moorflächen, bizarre Tundra und ein Gletscherbach säumen den Pfad. Schließlich erreicht man nach rund zwei Stunden die türkisgrün schimmernde Laguna Esmeralda, die wie ein Juwel inmitten eines Gletscherkessels liegt. Im Hintergrund ragen die Zacken des Cordón Toribio empor, die von einem kleinen Hanggletscher gekrönt werden. Wer möchte, kann auf den umliegenden Hügeln noch ein paar Höhenmeter für bessere Aussicht sammeln.
Tipp: Früh losgehen, um den See ohne große Menschenmengen zu genießen.

2. Cerro del Medio – Der „Hausberg“ mit Panorama über Stadt, Berge und Meer
Ausgangspunkt: Skizentrum Martial (8 km nordwestlich von Ushuaia, per Taxi oder Bus erreichbar)
Gehzeit: ca. 6–7 Stunden (hin und zurück)
Höhenmeter: ca. ±800 Hm
Schwierigkeit: moderat – Trittsicherheit erforderlich
Der Cerro del Medio (970 m) ist ein idealer Aussichtsberg direkt oberhalb von Ushuaia – und einer der besten Orte, um die dramatische Topografie Feuerlands zu verstehen. Der Weg beginnt am Sessellift des Glaciar Martial, führt zunächst entlang eines Bachbetts, später steiler werdend durch Lenga-Wälder und dann über offene Geröll- und Wiesenhänge. Bereits beim Aufstieg eröffnen sich weite Blicke auf den Beagle-Kanal, Ushuaia und die südlichen Inselberge. Vom Gipfel hat man einen 360°-Rundblick auf die Martialkette, den Glaciar Martial, den Cerro Alvear und sogar bis zur chilenischen Navarino-Insel.
Besonderheit: Diese Tour ist deutlich weniger frequentiert als Esmeralda, bietet aber ebenso eindrucksvolle Landschaften – ideal für ambitionierte Wanderer, die es gerne ruhiger haben.

3. Laguna del Caminante – Einsamer Bergsee inmitten feuerländischer Wildnis
Ausgangspunkt: Valle Andorra (Taxi von Ushuaia bis zum Trailhead, ca. 30 min)
Gehzeit: ca. 7–8 Stunden (hin und zurück)
Höhenmeter: ca. ±600 Hm
Schwierigkeit: moderat bis fordernd – längere Tour, teils sumpfig
Ein echter Geheimtipp ist die Wanderung zur Laguna del Caminante, tief im Andorra-Tal gelegen. Die Route folgt dem Rio Chico durch urwaldartige Südbuchenwälder, überquert mehrere Bachläufe (teils auf Brücken, teils über Steine) und verläuft durch abgelegene Moore und Gletschertäler. Nach etwa vier Stunden erreicht man schließlich die von schroffen Felswänden umrahmte Laguna del Caminante – ein tiefblauer, klarer See in wilder Einsamkeit. Optional kann man von hier noch etwas höher steigen und den Grat oberhalb des Sees erkunden – ein spektakulärer Aussichtspunkt.
Hinweis: Diese Wanderung ist etwas abgelegener und verlangt eine gute Vorbereitung (früher Aufbruch, ausreichend Proviant). In der Hauptsaison ist gelegentlich ein Zeltcamp am See eingerichtet, in der Nebensaison ist man meist völlig allein.


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