Ich starte heute eine Serie an Texten zu kaum bekannten Bergen und Seen in den Anden mit Schwerpunkt auf Bolivien. Unbekannt ist der erste Gipfel nicht, der 6000er Illampu ist als schwerster 6000er in Bolivien bekannt. Zudem sind ca. 6 Tage für die Besteigung zu veranschlagen. Dementsprechend wird er recht selten versucht und noch seltener erreicht jemand seinen Gipfel.
Illampu – Der schwierigste Sechstausender Boliviens
Der Illampu ist ein mächtiger, vergletscherter Berggipfel in der Cordillera Real – hoch aufragend über dem Altiplano und dem Titicacasee. Mit seinen dramatisch abfallenden Graten, steilen Eisflanken und seiner wilden Ausstrahlung gilt er als einer der technisch anspruchsvollsten Sechstausender der Anden – deutlich schwieriger als der berühmtere Huayna Potosí oder sogar der Illimani.
Geografie und Lage
Der Illampu (6.368 m) ist Teil des Massivs von Illampu-Ancohuma, das im nördlichen Teil der Cordillera Real liegt. Die Gebirgsgruppe trennt die tropischen Yungas im Osten vom Altiplano im Westen. Der Illampu ist der vierthöchste Berg Boliviens – nach Sajama, Ancohuma und Illimani – aber technisch gesehen wohl der forderndste.
Nahegelegene Orte:
Sorata (2.700 m): Kleiner Ort an der Westseite des Berges, bekannt als Ausgangspunkt für alle Touren in die Illampu-Region.
La Paz (ca. 3–4 Fahrstunden entfernt): Die Hauptstadt dient als logistisches Zentrum zur Anreise und Akklimatisation.
Geologie und Charakter
Der Illampu besteht vor allem aus metamorphen Gesteinen, darunter Gneis und Schiefer, überzogen mit mächtigen Eis- und Firnfeldern. Typisch für die Cordillera Real sind die steil aufragenden Wände und scharfen Grate, die im Illampu besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Der Gipfel ist stark vergletschert, und der Aufstieg erfordert umfangreiche alpine Erfahrung.
Höhe und Topografie
Höhe: 6.368 Meter (oft auch mit 6.381 oder 6.462 m angegeben – je nach Quelle)
Prominenz: rund 950 Meter
Nachbargipfel: Ancohuma (6.427 m), weniger technisch, aber höher.
Ersteigungsgeschichte
Die erste dokumentierte Besteigung des Illampu gelang einer deutsch-schweizerischen Expedition im Jahr 1928 (H. Claussen, Erwin Hein, Alfred Horeschowsky, Hugo Hörtnagl). Die Route führte über den Südwestgrat, heute noch eine der gebräuchlichen Varianten.
Seitdem wurde der Berg auf verschiedenen Wegen bestiegen, aber er bleibt ein seltener Gipfel, da er extrem anspruchsvoll ist. Viele Versuche scheitern an den technischen Schwierigkeiten, der objektiven Gefahr durch Lawinen oder Wetterumschwünge und dem schlechten Kartenmaterial.
Anfahrt
Von La Paz aus nimmt man zunächst die Straße nach Achacachi, dann weiter nach Sorata (ca. 4–5 Stunden je nach Straßenverhältnissen).
Von Sorata aus sind es nochmals 1–2 Tage Fußmarsch bis zum Basislager (je nach Route).
Trekking um den Illampu
Für Nicht-Bergsteiger ist der Illampu dennoch interessant: Es gibt einige der spektakulärsten Trekkingrouten Boliviens rund um das Massiv:
Beispiel: Trek „Umrundung Illampu–Ancohuma“
Dauer: 7–10 Tage
Höhenlage: bis ca. 5.000 m
Start/Ziel: Sorata
Besonderheiten: Hochalpine Pässe, Lagunen, Gletscherblicke, abgelegene Dörfer, Begegnungen mit der Aymara-Kultur.
Besteigung des Illampu – Route und Etappen
Die am häufigsten versuchte Route ist der Südwestgrat (Ruta Normal), mit Startpunkt im Westtal oberhalb von Sorata.
Überblick:
Charakter: Hochalpiner Eis- und Felsanstieg mit kombinierten Kletterpassagen (bis zu UIAA III+, 60° Eis)
Gesamtdauer: 4–6 Tage ab Sorata (mit Akklimatisation deutlich länger empfehlenswert)
Erforderliche Ausrüstung: Steigeisen, Pickel, Seil, Eisschrauben, Sicherungsmaterial, Biwakausrüstung
Etappenplan:
Tag 1: Sorata – Aguas Calientes – Basislager (ca. 4.400 m)
Aufstieg durch das bewaldete Hangtal, teils mit Maultieren möglich.
Gehzeit: ca. 5–7 Stunden
↑ 1.000 Hm
Entfernung: ca. 10–12 km
Tag 2: Basislager – Hochlager I (ca. 5.200 m)
Träger oder Lasttiere meist nicht möglich
Moränengelände, dann Schneefeld
Gehzeit: ca. 4–5 Stunden
↑ 800 Hm
Tag 3: Hochlager I – Hochlager II (ca. 5.700 m)
Über Gletscher mit ersten steileren Passagen
Sicherung nötig (Spalten!)
Gehzeit: ca. 4–6 Stunden
↑ 500 Hm
Tag 4: Gipfeltag – Illampu (6.368 m)
Sehr früher Start (ggf. 1–2 Uhr)
Steile Eisflanken (50–60°), Felskletterei im oberen Teil
Technisch und konditionell sehr anspruchsvoll
Gehzeit: 10–14 Stunden (Auf- und Abstieg)
↑↓ ca. 700 Hm
Tag 5–6: Abstieg zurück nach Sorata
Entweder direkter Abstieg oder zusätzliche Nacht im Hochlager I/Basislager
Schwierigkeit und Gefahren
Technik: Hochalpin, kombinierter Anstieg mit Eis und Fels (Stellen bis 60°, UIAA III+)
Höhe: Extrem – Risiko von Höhenkrankheit, Akklimatisation zwingend notwendig
Gefahren: Lawinen, Gletscherspalten, Wetterumschwünge, objektive Gefahren sehr hoch
Erfahrung: Nur für sehr erfahrene Alpinisten mit Expeditionshintergrund
Erfolgsquote: Sehr gering – viele Expeditionen kehren um
Ein Berg für Könner – ein Traum für Entdecker
Der Illampu ist kein Berg für jedermann. Er ist wild, abgelegen, fordernd – und doch ist es gerade diese unberührte Schwierigkeit, die ihn zu einem der faszinierendsten Berge der Anden macht. Wer ihn besteigen möchte, sollte alles mitbringen: technische Fähigkeiten, perfekte Akklimatisation, ein eingespieltes Team und das richtige Wetterfenster.
Für alle anderen ist die Umrundung des Massivs mit seinen Gletschern, Lagunen und Andendörfern eines der lohnendsten Trekkings in Südamerika.
Der Illampu ist ein mächtiger, vergletscherter Berggipfel in der Cordillera Real – hoch aufragend über dem Altiplano und dem Titicacasee. Mit seinen dramatisch abfallenden Graten, steilen Eisflanken und seiner wilden Ausstrahlung gilt er als einer der technisch anspruchsvollsten Sechstausender der Anden – deutlich schwieriger als der berühmtere Huayna Potosí oder sogar der Illimani.
Geografie und Lage
Der Illampu (6.368 m) ist Teil des Massivs von Illampu-Ancohuma, das im nördlichen Teil der Cordillera Real liegt. Die Gebirgsgruppe trennt die tropischen Yungas im Osten vom Altiplano im Westen. Der Illampu ist der vierthöchste Berg Boliviens – nach Sajama, Ancohuma und Illimani – aber technisch gesehen wohl der forderndste.
Nahegelegene Orte:
Sorata (2.700 m): Kleiner Ort an der Westseite des Berges, bekannt als Ausgangspunkt für alle Touren in die Illampu-Region.
La Paz (ca. 3–4 Fahrstunden entfernt): Die Hauptstadt dient als logistisches Zentrum zur Anreise und Akklimatisation.
Geologie und Charakter
Der Illampu besteht vor allem aus metamorphen Gesteinen, darunter Gneis und Schiefer, überzogen mit mächtigen Eis- und Firnfeldern. Typisch für die Cordillera Real sind die steil aufragenden Wände und scharfen Grate, die im Illampu besonders eindrucksvoll zur Geltung kommen. Der Gipfel ist stark vergletschert, und der Aufstieg erfordert umfangreiche alpine Erfahrung.
Höhe und Topografie
Höhe: 6.368 Meter (oft auch mit 6.381 oder 6.462 m angegeben – je nach Quelle)
Prominenz: rund 950 Meter
Nachbargipfel: Ancohuma (6.427 m), weniger technisch, aber höher.
Ersteigungsgeschichte
Die erste dokumentierte Besteigung des Illampu gelang einer deutsch-schweizerischen Expedition im Jahr 1928 (H. Claussen, Erwin Hein, Alfred Horeschowsky, Hugo Hörtnagl). Die Route führte über den Südwestgrat, heute noch eine der gebräuchlichen Varianten.
Seitdem wurde der Berg auf verschiedenen Wegen bestiegen, aber er bleibt ein seltener Gipfel, da er extrem anspruchsvoll ist. Viele Versuche scheitern an den technischen Schwierigkeiten, der objektiven Gefahr durch Lawinen oder Wetterumschwünge und dem schlechten Kartenmaterial.
Anfahrt
Von La Paz aus nimmt man zunächst die Straße nach Achacachi, dann weiter nach Sorata (ca. 4–5 Stunden je nach Straßenverhältnissen).
Von Sorata aus sind es nochmals 1–2 Tage Fußmarsch bis zum Basislager (je nach Route).
Trekking um den Illampu
Für Nicht-Bergsteiger ist der Illampu dennoch interessant: Es gibt einige der spektakulärsten Trekkingrouten Boliviens rund um das Massiv:
Beispiel: Trek „Umrundung Illampu–Ancohuma“
Dauer: 7–10 Tage
Höhenlage: bis ca. 5.000 m
Start/Ziel: Sorata
Besonderheiten: Hochalpine Pässe, Lagunen, Gletscherblicke, abgelegene Dörfer, Begegnungen mit der Aymara-Kultur.
Besteigung des Illampu – Route und Etappen
Die am häufigsten versuchte Route ist der Südwestgrat (Ruta Normal), mit Startpunkt im Westtal oberhalb von Sorata.
Überblick:
Charakter: Hochalpiner Eis- und Felsanstieg mit kombinierten Kletterpassagen (bis zu UIAA III+, 60° Eis)
Gesamtdauer: 4–6 Tage ab Sorata (mit Akklimatisation deutlich länger empfehlenswert)
Erforderliche Ausrüstung: Steigeisen, Pickel, Seil, Eisschrauben, Sicherungsmaterial, Biwakausrüstung
Etappenplan:
Tag 1: Sorata – Aguas Calientes – Basislager (ca. 4.400 m)
Aufstieg durch das bewaldete Hangtal, teils mit Maultieren möglich.
Gehzeit: ca. 5–7 Stunden
↑ 1.000 Hm
Entfernung: ca. 10–12 km
Tag 2: Basislager – Hochlager I (ca. 5.200 m)
Träger oder Lasttiere meist nicht möglich
Moränengelände, dann Schneefeld
Gehzeit: ca. 4–5 Stunden
↑ 800 Hm
Tag 3: Hochlager I – Hochlager II (ca. 5.700 m)
Über Gletscher mit ersten steileren Passagen
Sicherung nötig (Spalten!)
Gehzeit: ca. 4–6 Stunden
↑ 500 Hm
Tag 4: Gipfeltag – Illampu (6.368 m)
Sehr früher Start (ggf. 1–2 Uhr)
Steile Eisflanken (50–60°), Felskletterei im oberen Teil
Technisch und konditionell sehr anspruchsvoll
Gehzeit: 10–14 Stunden (Auf- und Abstieg)
↑↓ ca. 700 Hm
Tag 5–6: Abstieg zurück nach Sorata
Entweder direkter Abstieg oder zusätzliche Nacht im Hochlager I/Basislager
Schwierigkeit und Gefahren
Technik: Hochalpin, kombinierter Anstieg mit Eis und Fels (Stellen bis 60°, UIAA III+)
Höhe: Extrem – Risiko von Höhenkrankheit, Akklimatisation zwingend notwendig
Gefahren: Lawinen, Gletscherspalten, Wetterumschwünge, objektive Gefahren sehr hoch
Erfahrung: Nur für sehr erfahrene Alpinisten mit Expeditionshintergrund
Erfolgsquote: Sehr gering – viele Expeditionen kehren um
Ein Berg für Könner – ein Traum für Entdecker
Der Illampu ist kein Berg für jedermann. Er ist wild, abgelegen, fordernd – und doch ist es gerade diese unberührte Schwierigkeit, die ihn zu einem der faszinierendsten Berge der Anden macht. Wer ihn besteigen möchte, sollte alles mitbringen: technische Fähigkeiten, perfekte Akklimatisation, ein eingespieltes Team und das richtige Wetterfenster.
Für alle anderen ist die Umrundung des Massivs mit seinen Gletschern, Lagunen und Andendörfern eines der lohnendsten Trekkings in Südamerika.