Der Cerro Santa Isabella gehört zu den attraktivsten Bergen in Kolumbien die noch bestiegen werden dürfen (Los Nevados Nationalpark)

Der Cerro Santa Isabella gehört zu den attraktivsten Bergen in Kolumbien die noch bestiegen werden dürfen (Los Nevados Nationalpark)
Erlebnisbericht: Besteigung des Cerro Santa Isabel mit SuedamerikaTours und Thomas Wilken
Ein kolumbianisches Hochgebirgsabenteuer im Los Nevados Nationalpark
Es ist früh am Morgen, als wir mit einem heißen Kaffee in der Hand in Pereira aufbrechen – der Ausgangspunkt für unser Abenteuer im Los Nevados Nationalpark, im Herzen der kolumbianischen Zentralkordillere. Ziel ist der Cerro Santa Isabel, ein vergletscherter 4.950 m hoher Berg, der nicht nur eine fantastische Aussicht über die Anden bietet, sondern auch eine gewisse andine Einsamkeit abseits der üblichen touristischen Pfade.

Unser Bergführer Thomas Wilken begrüßt uns gut gelaunt mit einem schelmischen Grinsen und der Frage:
„Habt ihr eure Sonnenbrillen dabei? Denn auf dem Gletscher wird’s richtig hell – nicht nur vom Licht, sondern auch vom Erlebnis!“

Die Anfahrt führt uns über die kurvige Straße hinauf nach Santa Rosa de Cabal, berühmt für seine heißen Quellen, und weiter auf abenteuerlichen Pisten mit Allradfahrzeugen Richtung El Cedral und schließlich zur Laguna del Otún. Auf etwa 4.000 m schlagen wir unser Lager auf – umgeben von Espeletien, den markanten Schopfrosetten der Páramo-Vegetation, die wie urzeitliche Wächter über die Landschaft wachen.

Der Berg: Cerro Santa Isabel
Der Cerro Santa Isabel ist zwar etwas niedriger als seine berühmten Nachbarn Nevado del Ruiz und Nevado del Tolima, aber nicht minder faszinierend. Der Gipfel liegt auf rund 4.950 m und trägt eine vergletscherte Kuppe, die sich erstaunlich weit nach Süden zieht – ein Relikt der einst mächtigen tropischen Andengletscher. Technisch ist der Berg relativ einfach zu besteigen, vor allem vom Zentralgletscher aus, was ihn zu einem idealen Akklimatisierungsberg oder Einstieg in die Welt der kolumbianischen Hochanden macht.

Aufstieg und Erlebnis
Um 3:30 Uhr geht der Wecker. Nach einem warmen Porridge und Tee stapfen wir mit Stirnlampen durch die dunkle, feuchte Páramo-Landschaft. Die ersten 600 Höhenmeter führen uns über Wiesen, steinige Pfade und moosige Hänge – bis der Gletscher vor uns auftaucht, still und weiß im beginnenden Morgengrauen.
Dort seilen wir uns an. Thomas erklärt geduldig die Grundlagen des Gehens mit Steigeisen auf tropischem Firn – die Oberfläche ist hart, aber griffig. Während wir über das Eis steigen, erscheint plötzlich eine farbenfrohe Sonne am Horizont, die sich mit dramatischem Licht über dem Gletscher ausbreitet. Ein fast mystischer Moment – man spürt die Kraft der Natur in jeder Pore.
Kurz unterhalb des Gipfels reißt der Wind auf und legt ordentlich zu. Einer aus der Gruppe verliert fast seine Mütze – Thomas schnappt sie sich in letzter Sekunde und ruft lachend:
„Ich wollte schon immer mal einen Gipfelsieg mit fliegendem Hut!“

Am Gipfel des Santa Isabel breitet sich ein unglaubliches Panorama aus: Richtung Westen sehen wir die Kaffeezone und bei klarer Sicht sogar das pazifische Tiefland; im Osten erhebt sich majestätisch der Nevado del Ruiz. Alle sind überwältigt – nicht nur vom Ausblick, sondern auch vom Stolz, diesen Andenriesen bezwungen zu haben.

Rückweg
Beim Abstieg auf dem Gletscher passiert noch ein kleines Malheur: Einer der Teilnehmer rutscht leicht aus – nichts passiert – aber er landet direkt auf seinem Müsliriegelvorrat. Thomas kann sich kaum halten vor Lachen: „Das nenn ich mal Kalorienreduktion!“
Zurück im Camp erwartet uns eine heiße Suppe und eine unglaubliche Stimmung: Der Santa Isabel hat uns nicht nur körperlich gefordert, sondern auch seelisch berührt. Die Kombination aus Páramo-Landschaft, tropischem Gletscher und der Ruhe des Nationalparks macht diese Tour zu einem echten Geheimtipp für Andenliebhaber.

Technische Infos zur Tour:
Berg: Cerro Santa Isabel (4.950 m)
Talort: Santa Rosa de Cabal / Pereira
Höhenmeter Aufstieg: ca. 900–1.000 Höhenmeter (je nach Startpunkt)
Schwierigkeit: F (einfacher Gletscher), keine Kletterpassagen, Gletschererfahrung hilfreich
Anfahrt: Mit Geländewagen über El Cedral und die Laguna del Otún
Beste Zeit: Dezember bis Februar oder Juni bis August
Führung: SuedamerikaTours.de mit Bergführer Thomas Wilken
Ein Berg, der nicht mit extremer Schwierigkeit beeindruckt, sondern mit seinem Charakter, seiner Landschaft und der Erfahrung, abseits der Massen die kolumbianischen Anden zu erleben.

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