Wanderung vom Oberalppass über den Pazolastock zum Tomasee - der Quelle des Rheins

Wanderung vom Oberalppass über den Pazolastock zum Tomasee - der Quelle des Rheins
Der Ursprung des Rheins am Oberalppass

Eine Wanderung über den Pazolastock zur Rheinquelle am Tomasee
Zwischen Uri und Graubünden – das Quellgebiet des Rheins

Der Oberalppass verbindet die Kantone Uri und Graubünden und markiert eine markante Wasserscheide zwischen Nordsee und Mittelmeer. Auf 2044 Metern Höhe gelegen, ist er im Sommer eine beliebte Passverbindung zwischen Andermatt und Sedrun. Hier oben, zwischen grünen Bergwiesen und steilen Felsflanken, nimmt einer der größten Ströme Europas seinen Anfang – der Rhein.

Symbolisch steht auf der Passhöhe ein roter Leuchtturm, der an die Mündung des Rheins bei Rotterdam erinnert. Er verbindet auf charmante Weise den Ursprung und das Ende des Flusses – von der Quelle im Hochgebirge bis zur Nordsee.



Der Pazolastock – Aussichtsberg über der Quelle
Südlich des Passes erhebt sich der Pazolastock (2740 m), ein markanter Gipfel mit weitem Panoramablick über die Surselva, das Urserental und die schneebedeckten Gipfel der Gotthardregion. Von hier erkennt man gut die geologische Struktur der Region: mächtige Gneise und Paragneise bilden den Hauptbestandteil des Gebirges, durchzogen von alpinen Kluftsystemen, in denen sich Quarze und andere Mineralien ablagern konnten.

Der Tomasee – die offizielle Quelle des Rheins
Am Fuß des Piz Badus, auf etwa 2345 Metern, liegt in einer Mulde der tiefblaue Tomasee (Lai da Tuma). Aus seinem Abfluss, dem Rein da Tuma, entsteht der Vorderrhein, der durch die Surselva talwärts zieht. Der See ist von karger alpiner Vegetation umgeben und gilt als offizielle Rheinquelle. Sein Wasser ist kristallklar, und an windstillen Tagen spiegeln sich die umliegenden Gipfel in seiner Oberfläche.

Der See und seine Umgebung stehen unter Naturschutz und sind Teil des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler der Schweiz – ein stiller, fast mystischer Ort, an dem sich die gewaltige Dimension des Rheinlaufs erstmals erahnen lässt.

Mineralien und Geologie der Region
Das Gebiet um den Oberalppass gehört geologisch zur Gotthard-Massivzone. Hier treten kristalline Gesteine wie Gneis, Glimmerschiefer und Granit auf, durchzogen von alpinen Zerrklüften, die ideale Bedingungen für die Bildung schöner Kristalle bieten.
Mineraliensucher finden in der weiteren Umgebung immer wieder interessante Stücke:
Bergkristall (Quarz) und Rauchquarz, teils in schönen Zwillingsbildungen.
Anatas und Rutil, besonders in den höher gelegenen Kluftsystemen.
Baryt (Schwerspat) wurde in Bächen südlich des Passes, insbesondere im Pazola-Bach, nachgewiesen.
In den angrenzenden Tälern wie dem Val Curnera oder Val Nalps fanden Sammler zudem Hämatit- und Adular-Kristalle.

Viele dieser Funde stammen aus alpinmetamorphen Kluftsystemen, die durch tektonische Spannungen entstanden sind. Das Suchen von Mineralien ist allerdings in Naturschutzgebieten untersagt – wer dennoch auf die Suche gehen möchte, sollte sich vor Ort über die geltenden Bestimmungen informieren.


Wanderung: Vom Oberalppass über den Pazolastock zum Tomasee

Infos:
Startpunkt: Oberalppass (2044 m)
Ziel: Tomasee (2345 m) und zurück
Gehzeit: ca. 4–5 Stunden (Rundtour)
Höhenunterschied: rund 700 Höhenmeter
Schwierigkeit: T2–T3 (mittel, stellenweise steil und felsig)
Beste Zeit: Juli bis Oktober

Wegbeschreibung
1. Oberalppass – Pazolastock (ca. 1½ h)
Die Wanderung beginnt auf der Passhöhe beim roten Leuchtturm. Der markierte Bergweg führt südlich über Wiesenhänge empor und bald in felsigeres Gelände. In Kehren steigt man auf den Grat des Pazolastocks. Vom Gipfel bietet sich ein herrlicher Blick auf die umliegenden Gipfel des Gotthardmassivs, ins Urserental und hinab zum Tomasee.

2. Pazolastock – Badushütte (ca. 1 h)
Vom Gipfel führt der Weg über den Grat leicht abwärts. Nach kurzer Zeit erreicht man die Badushütte (SAC, 2503 m), die inmitten einer hochalpinen Landschaft liegt. Eine gute Gelegenheit für eine Rast mit Blick auf die Quellen des Vorderrheins.

3. Badushütte – Tomasee (ca. 30 min)
Von der Hütte folgt man dem Weg weiter bergab, bis sich plötzlich der tiefblaue Tomasee öffnet – ein fast kreisrunder Bergsee, umgeben von Schuttkegeln und Alpwiesen. Hier entspringt der Rhein: ein kleiner Bach fließt aus dem See und vereint sich bald zu einem kräftigen Bergbach, dem Rein da Tuma.

4. Rückweg (ca. 1½ h)
Der Rückweg führt zunächst zurück zur Badushütte und dann über den leicht abfallenden Höhenweg auf der Ostseite des Pazolastocks zum Oberalppass. Alternativ kann man auch den direkten, etwas steileren Abstieg wählen.

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